Bleibt alles beim Alten?
Artikel auf hersfelder-zeitung.de vom 11.02.2008
HSG Eitra/Oberhaun vergibt die Chance, zur Spitze aufzurücken
Von Hartmut Wenzel
Bad Hersfeld/Eitra. Der 16. Spieltag in der Handball-Landesliga Nord war nur etwas für Männer ohne Nerven. Denn es war der Tag der Favoritenstürze. Die Spitzenteams vom TV Hersfeld und der HSG Eitra/Oberhaun bewegten sich in Sachen Psyche auf gleichem Niveau. Tabellenführer TV Hersfeld unterlag am Samstag als klarer Favorit im Derby gegen Hünfeld mit 29:33, Eitra/Oberhaun bezog am Sonntagabend beim 24:25 beim Vorletzten Südstadt Kassel ebenso eine ärgerliche und vermeidbare Niederlage.
Knapp 24 Stunden schien es so, als ob der Hünfelder Sieg die Karten im Kampf um die Meisterschaft neu gemischt hätte. Nur ein Pünktchen Rückstand hätte die HSG besessen, wenn das Auswärtsspiel in Kassel gewonnen worden wäre. Und am 1. März steigt das Derby am Obersberg. Dann hätte die HSG die Chance gehabt, selbst Spitzenreiter zu werden. Doch hätte, wenn und aber... So bleibt alles beim Alten. Oder doch nicht? Denn auch die Teams aus der Abstiegszone erzeugten Aufmerksamkeit:
Schlusslicht Großenlüder überraschte mit 32:26 in Wanfried. "Wanfried kommt am nächsten Samstag zu uns. Und ich denke mal, dass die die Niederlage vergessen lassen wollen", so Winfried Wagner.
Chancen vergeben
Der HSG-Linksaußen ärgerte sich gestern noch, genauso wie seine Teamkollegen, über die Niederlage in Kassel: "Wir waren alle irgendwie neben der Kapp'. In der Abwehr haben wir nicht den Draht zum Gegner gefunden, im Angriff haben wir zuviele Chancen vergeben." Dass der HSG-Rückraum an diesem Tag nicht auf der Höhe war, dokumentiert die Tatsache, dass Spieler wie Matthias Kienast (nur ein Feldtor) oder René Hermann keine gute Trefferquoten besaßen. "Mir haben nach Spielschluss einfach die Worte gefehlt. Es ist klar, so geht es nicht", so der Spielertrainer.
"Kassel war nicht unbedingt der übermächtige Gegner. Das Ding war auch für uns zu gewinnen,"sagt Wagner. Schwirrte da im Hinterkopf nicht ein bisschen schon das Derby in drei Wochen mit? Wagner: "Ich kann nicht hinter die Stirn der anderen blicken." Und Hermann meinte: "Vielleicht war der eine oder andere doch schon ein bisschen weiter. Gut möglich."
Akribische Vorbereitung
Im Kampf um die Spitze kann der Hünfelder SV nicht eingreifen. Und trotzdem: Trainer Gerald Birkel hatte sein Team akribisch auf die Aufgabe beim TV Hersfeld mit Videoanalysen und Wurfbildern des Rückraums vorbereitet. "Ich wollte meinem alten Verein doch noch ein bisschen Unterstützung geben, dass er im Spitzenkampf mitmischen kann", so der aus Eitra stammende Birkel. Doch die HSG nahm den Steilpass nicht an, so dass alles beim Alten bleibt. Oder nicht?
